AktivA-Trainer im Praxiseinsatz

von Danny Flemming

Positive Rückmeldungen von Teilnehmern unserer AktivA-Trainerausbildungen in Berlin

Im Dezember 2011 wurden 14 Teilnehmer unser AktivA-Trainerausbildungen aus Berlin sowie weitere 3 AktivA-Trainerinnen, die in Jobcentern außerhalb von Berlin tätig sind, zu ihren Erfahrungen in der Umsetzung des AktivA-Trainings befragt. Diese Befragung wurde von unserem Kooperationspartner Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V., welcher uns in Berlin verlässlich bei der Organisation und Durchführung der AktivA-Trainerausbildungen in Berlin unterstützt, durchgeführt.

In dem Fragebogen wurden die Erfahrungen der Teilnehmenden bei der Umsetzung von AktivA insbesondere in Bezug auf förderliche Bedingungen und Herausforderungen, Strukturen und Rahmenbedingungen, inhaltliche Schwerpunkte sowie Kooperationen fokussiert. Bei insgesamt 11 Rückmeldungen haben vier Befragte AktivA bereits durchgeführt. Bei fünf weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer AktivA-Multiplikatorenschulung ist die Umsetzung von dem Programm für 2012 geplant. Ferner teilen zwei Befragte mit, AktivA zwar nicht umzusetzen, aber durch die Schulung viele Anregungen für die Arbeit mit Arbeitslosen erhalten zu haben.

Die Umsetzung von AktivA fand sowohl im Rahmen von AGH-Entgelt- und MAE-Maßnahmen mit psychisch und/oder gesundheitlich eingeschränkten Teilnehmer/innen, im Rahmen eines Pilotprojekts einer gemeinnützige Initiative mit Langzeitarbeitslosen sowie in einer Beschäftigungsmaßnahme mit Suchtmittelabhängigen statt und wurde hierüber finanziert. Maßnahmen, Suchtberatungsstellen und Wohnprojekte wurden als Zugang bei einer durchgeführten Schulung benannt. Das Programm wurde nicht immer als Workshop bzw. Schulung, sondern auch im Rahmen der Projekt- und sozialpädagogischen Betreuung durchgeführt. Als förderlich hat sich bei einer Durchführung herausgestellt, AktivA im Kontext einer innovativen Maßnahme zur Vermittlung von motivierten Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt einzusetzen.

Es fand bei allen Durchführungen eine Modifizierung des Programms in Bezug auf die Zielgruppen statt: Es wurden teilweise nur Auszüge von AktivA durchgeführt, der Zeitplan verändert (z.B. 6 x 4 oder 8 x 3 Stunden oder 1 bis 2 Mal pro Woche für 2 Stunden), einzelne Module reduziert (z.B. ABC-Modell) und durch weitere Module ergänzt (z.B. Entspannung). Es hat sich gezeigt, dass die Zielgruppe der Langzeitarbeitslosen besser "mitarbeitet", wenn ein Trainingstag nicht länger als 4 Stunden dauert. Im Gegenzug werden Transfereffekte in den Alltag begünstigt, da das Training sich insgesamt über einen längeren Zeitraum erstreckt. Die Durchführung erfolgte meistens einzeln und im internen Austausch.

Inhaltliche Schwerpunkte wurden bei einer Durchführung auf die Bereiche Tagesstrukturierung und soziale Kompetenz gelegt. Bei einer anderen Umsetzung von AktivA wurden alle Module mit einbezogen, allerdings durch Einzelgespräche ergänzt und um die Rollenspiele reduziert. Eine weitere AktivA-Trainerin setzte die Schwerpunkte auf Aktivitätenplanung, Selbsthilfe und Suchtproblematik. Bei einer Durchführung wurde von den Teilnehmer/innen die Thematik Alltagsstrukturierung als überflüssig rückgemeldet, bei anderen jedoch gerne angenommen.
Bei einer anderen AktivA-Schulung wurden die Module „Umgang mit Zeit“ und „Eigene Bewertungsmuster“ positiv von den Teilnehmer/innen aufgenommen. Anderseits war diese Zielgruppe für Sport, Bewegung und Entspannungstechniken nicht zugängig. Bei einer weiteren Schulung wurde Achtsamkeitsübungen und Stressbewältigung gut von den Teilnehmern angenommen. Es wurde angemerkt, statt der Übungseinheit „Sympathie wecken“ einen Fokus auf die Bewältigung von Ängsten und Selbstwertgefühl zu legen.

Eine homogene Zielgruppe wie auch eine freiwillige Teilnahme werden von zwei Befragten als besonders wichtige Voraussetzung zur erfolgreichen Umsetzung von AktivA benannt. Diese Freiwilligkeit ist allerdings in AGH-Entgelt und MAE-Projekten meist nicht gegeben. Als Anregung wird benannt, dass die Wiederaufnahme einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt in den meisten Einzelfällen immer noch die beste Intervention zur Stabilisierung der gesundheitlichen Situation darstellt. Um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten wird mehr Zeit für Übungseinheiten sowie ein Nachtreffen nach mehreren Monaten für erforderlich gehalten.

MIt freundlicher Genehmigung von Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V..

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