Gesundheitsorientierung im Beratungsalltag: ein Praxisbeispiel aus der Agentur für Arbeit Zwickau

von Greta von Elsner

Beratung Mit der Teilnahme am Modellprojekt zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung ist seit 2016 in über 100 Jobcentern und Arbeitsagenturen bei den Beratungsgesprächen die Gesundheitsorientierung stärker in den Vordergrund gerückt. Doch was hilft bei der Einführung? Zwei Faktoren möchten wir am Beispiel der Agentur für Arbeit Zwickau mit Ihnen teilen.

Austausch/Kommunikation:

Bei der Agentur für Arbeit Zwickau fand eine Infoveranstaltung für die Mitarbeitenden vorab statt – im Beisein der Geschäftsführung und von uns als Schulungsanbieter. Andere Einrichtungen nutzen auch die Möglichkeit einer Telefonkonferenz mit Teilnehmenden, Geschäftsführung und uns.

Nach der durchgeführten Schulung der Mitarbeitenden zum Thema „Gesundheitsorientierte Beratung von erwerbslosen Menschen (GOB)“ sollte das Thema jedoch nicht von der Agenda verschwinden, sondern nachgehalten werden. Die Agentur für Arbeit Zwickau sorgte für die Nachhaltung, indem ein Teamworkshop außerhalb der Agentur stattfand, bei dem wir mit vor Ort waren. Es ging um den Stand des Projektes im Haus, um mögliche Präventionsangebote (AktivA), den Einsatz des Gesundheitsbogens in den Beratungsgesprächen, das Rollenverständnis der Lotsen für die Gesundheitsorientierten Beratungsgespräche (ausgebildet in der Kurzversion der Schulung „Gesundheitsorientierte Beratungsgespräche“) und der Experten (ausgebildet in der Langversion der Schulung „Gesundheitsorientierte Beratungsgespräche“) sowie Möglichkeiten der Ansprache von Kundinnen und Kunden. Begleitet wurde der Austausch durch interaktive Übungen, die zum Nachdenken anregten und die Teilnehmenden motivierten. Das Feedback einer Führungskraft lautete: „Ihre Unterstützung beim Teamworkshop hat uns sehr geholfen. Wir sind einen riesigen Schritt weitergekommen.“

Denkbar wäre beispielsweise auch eine Supervision oder ein angeleiteter kollegialer Fallaustausch, um das Thema noch nachhaltiger zu integrieren.

Die Geschäftsführung und die Führungskräfte:

Ein weiterer essentieller Erfolgsfaktor ist die Begleitung des Themas durch die Geschäftsführung und die Führungskräfte. Denn wieso sollte ich als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter mehr Zeit für das Thema Gesundheit in die Beratung einplanen, wenn es meinen Vorgesetzten egal ist? Bei der Agentur für Arbeit Zwickau fand bereits einige Zeit vor der ersten Schulung ein Treffen zwischen der Geschäftsführung und uns statt, in dem das genaue Vorgehen besprochen wurde. Zudem tauschten wir uns kontinuierlich mit der Geschäftsführung bzw. einzelnen Führungskräften aus.

Häufig kommt die Frage auf: „Was mache ich, wenn es noch keine spezifischen Angebote der Krankenkassen gibt?“ Unsere Antwort darauf: Loslegen, Erfahrungen sammeln, ausprobieren auch ohne spezifisch entwickelte Angebote der Krankenkassen. Denn es gibt i.d.R. bereits vielzählige Angebote (bspw. Beratungsstellen, BZgA, Online-Angebote, Vereine), die die Kunden bei gesundheitlichen Fragestellungen unterstützen können und so ihre Arbeitsfähigkeit erhöhen. Oftmals werden diese auch von einzelnen Vermittlern und Vermittlerinnen genutzt, sind jedoch nicht allen Kolleginnen und Kollegen bekannt.

Möchten auch Sie „einen riesigen Schritt weiterkommen“ bei der Umsetzung des Modellprojektes zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in Ihrem Haus? Dann kontaktieren Sie Roland Schulz (0351 274991-51 bzw. schulz@wissensimpuls.de).

Zurück