Evaluation

Das AktivA-Training wurde durch Wissenschaftler der TU Dresden wiederholt auf seine Wirksamkeit überprüft. Dabei wurden Paradigmen der Prozess- und der Ergebnisevaluation angewandt, um sowohl die Reaktionen der Teilnehmer auf das Training als auch dessen nachhaltige Wirkung messen zu können.

Prozessevaluation

Für die Prozessevaluation wurden die Teilnehmer nach jeder Interventionseinheit um die Einschätzung der Trainingsqualität gebeten. Gefragt wird u.a. nach der Zufriedenheit mit dem Verhalten des Trainers und der Verständlichkeit der Trainingsinhalte.

Ergebnisevaluation

Von 2001 bis 2010 wurden 28 AktivA-Trainings bei 11 verschiedenen Beschäftigungsträgern wissenschaftlich begleitet. Das AktivA-Training war eingebettet in Maßnahmen mit einer Dauer von 6 bis 12 Monaten. An diesen AktivA-Trainings nahmen insgesamt 258 erwerbslose Personen teil.

Von 2001 bis 2010 wurden ebenfalls 20 freie AktivA-Trainings wissenschaftlich begleitet, die von Erwerbslosen wahrgenommen wurden, die nicht in Maßnahmen integriert waren. An den freien Trainings nahmen 184 Erwerbslose teil.

Um die Wirkung der AktivA-Trainings feststellen zu können, wurden erprobte und standardisierte Fragebögen eingesetzt, darunter

  • der Fragebogen für körperliche, soziale und psychische Symptome KÖPS ( Manz, 1998),
  • die Kurzform des General Health Questionaires GHQ-12 (Goldberg, 1972)
  • die Kurzform der Sense of Coherence Scale SOC-13 (Antonovsky, 1987)
  • die Skala irrationaler Grundüberzeugungen nach Ellis SIGE (Kurzbuch, 2000)
  • die Skala zur allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung SWE (Schwarzer & Jerusalem, 1993)
  • der Fragebogen zur Eigeninitiative PI (Frese, Fay, Hilburger, Leng & Tag, 1997)
  • der Fragebogen sozialer Verhaltensgewohnheiten FSV (Pfingsten, 2001) und
  • die Kurzform des Fragebogens zur sozialen Unterstützung SOZU-K-14 (Fydrich, Sommer & Brähler, 2000).

Die Evaluationen wurden im Versuchs-Kontrollgruppenplan mit Vorher-Nachher-Messung und Follow-up bis zu einem Jahr nach Trainingsbeginn durchgeführt und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert (Förderkennzeichen: 01EL0709).

Ergebnisse

Das AktivA-Training bewirkte im Trainingszeitraum von 2 bis 4 Wochen eine bedeutsame Verbesserung der psychischen und der körperlichen Gesundheit von Langzeiterwerbslosen. Auch 3 Monate nach Trainingsende bleiben die subjektiv wahrgenommen Beschwerden niedriger als vor dem Training. In einer Kontrollgruppe ohne Trainingsteilnahme hingegen blieben die Beschwerden über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg vergleichsweise stabil.

Unmittelbar nach dem AktivA-Training verringerten sich sowohl bei den freien Trainings als auch bei den in Maßnahmen eingebetteten Trainings die psychischen und körperlichen Beschwerden signifikant.

Um die positiven Effekte des AktivA-Trainings gezielt zu nutzen und langfristig aufrecht zu erhalten, empfiehlt sich eine Verknüpfung des AktivA-Trainings mit strukturellen Interventionen wie zum Beispiel einem erleichterten Zugang zu Sportvereinen, Beratungsdiensten und kulturellen Angeboten. Darüber hinaus besteht Bedarf an einer stärkeren Anerkennung und Wertschätzung von Langzeiterwerbslosen in den Medien sowie an Zugängen zu lern- und gesundheitsförderlichen Tätigkeiten jenseits des Erwerbsarbeitsmarktes.