Buchtipps: "Das Café am Rande der Welt" und "Wiedersehen im Café am Rande der Welt"

von Roland Schulz

Da ich ständig auf der Suche nach neuen Denkanstößen bin, bin ich nun auch über die beiden Bücher "Das Café am Rande der Welt" (Link zu Amazon) und "Wiedersehen im Café am Rande der Welt" (Link zu Amazon) gestoßen. Worum geht es?

In "Das Café am Rande der Welt" geht es um jemanden, der sich nachts in ein Café in der hintersten Ecke der Welt verirrt. Zunächst etwas irritiert, lässt er sich jedoch auf die Fragen, die ihn dort vor Ort begegnen, ein. In erster Linie geht es dabei um das persönliche Lebensziel - dort benannt als ZDE (Zweck der Existenz). Helfen sollen dabei drei Fragen:

  • Warum bist du hier?
  • Hast du Angst vor dem Tod?
  • Führst du ein erfülltes Leben?

Letztlich soll das Buch dazu anregen, das eigene Streben in Frage zu stellen und sich zu überlegen, was einem wichtig ist. Wer an unserer AktivA-Trainerausbildung teilgenommen hat, wird sehr schnell Parallelen zu der Geschichte mit dem Professor ziehen können.

Das zweite Buch "Wiedersehen im Café am Rande der Welt" setzt wiederum auf den gleichen Hauptcharakter, der dieses Mal jedoch das "Café am Rande der Welt" an einer ganz anderen Ecke der Welt entdeckt - und zwar in Hawaii. Persönlich finde ich dieses Buch etwas besser, da es mehr Anregungen und Ideen bietet. So wird das ständige Verharren und Hinauszögern von Entscheidungen bzw. Handlungen mit dem Verharren in einer Nebelbank umschrieben. Statt zumindest so weit zu gehen, wie man aktuell sehen kann, bleiben die meisten an ihrem Ausgangspunkt stehen und beklagen sich darüber, dass sie das endgültige Ziel nicht sehen können. Zudem findest sich gegen Ende des Buches noch ein schönes Lied/Gedicht, welches ich hier gern als Alternative zur Geschichte mit dem Professor (Modul 1: Aktivitätenplanung) vorstellen möchte:

Von den Flüssen bis zum Meer,
von den Sternen bis zur Sonne,
neue Abenteuer suchen wir,
wollen Lachen und große Wonne.

Als Entdecker von allem,
die Abenteuer groß oder klein,
unser erster Schritt muss
das Packen des großen Kanus sein.

Heute erzählen wir die Geschichte
des dummen Seefahres, der - nanu!
seine Reise nie antrat,
denn er verstand's nicht zu packen sein Kanu.

All sein Gut lag auf dem Strand,
sollte mit auf diese Reise,
doch nicht alles war davon
nützlich auf die gleiche Weise.

Die wichtigsten tat er zur Seite,
sie wollt' er verstauen am Schluss.
Sein Surfbrett, Speer, Paddel und Hut,
für sein Abenteuer ein absolutes Muss.

Am ganzen Strand versammelten sich die Leute,
sie kamen von fern und von nah.
Und jeder glaubte zu wissen,
was auf die Reise mitzunehmen war.

Nimm dies, nimm das und jenes noch,
so beschied ihm manch einer;
zur See gefahren, ins Wasser gestochen,
war von ihnen noch keiner.

Nimm dies, nimm das und jenes noch,
so riefen andere ihm zu,
die ihr Leben lang nur träumten
von Abenteuern und viel Spaß dazu.

Sie riefen und riefen bald stundenlang
und hörten gar nicht mehr auf.
Der dumme Seemann, er mühte sich,
und hörte tatsächlich darauf.

Er packte das Kanu, er füllte es an,
wohl hundert Mal einen Platz er fand.
Doch stets wenn er meinte, fertig zu sein,
stand das Wichtigste noch immer am Strand.

Nimm dies, nimm das und jenes noch,
riefen die Leute in einem fort.
Nimm dies, nimm das und jenes noch,
ihre Stimmen erfüllten den Ort.

Der Seemann sprach ganz unbeirrt,
das Wichtigste nehm' ich am Schluss,
die Zeit verging und immer noch,
saß er fest mit großem Verdruss.

Wie mach' ich's nur, wie tu ich's bloß...
er plagte sich so sehr.
Doch immer noch packte er nicht ins Boot,
was er dringend brauchte auf dem Meer.

Die Tage und Wochen, sie gingen dahin,
die Regensaison hat fast schon begonnen,
und als dann der erste Tropfen kam,
war die Zeit zur Abfahrt verronnen.

Es regnete hinab, viele Tage lang,
und Donner gesellte sich dazu.
So gab der Mann seinen Traum endlich auf,
und verließ sein großes Kanu.

Die große Lehre verstand er nicht,
die jeder von uns sollt bewahr'n:
Das Wichtigste pack zuerst ins Boot,
sonst kannst du nicht in die Ferne fahr'n.

Drum denkt an die Geschichte
vom Seemann, der zu dumm war dazu,
nie ging er auf Reisen,
denn er verstand's nicht zu beladen sein schönes Kanu.

Was das Wichtigste im Leben,
packt zuerst in das Kanu,
sonst habt ihr ein Leben voller Dinge,
aber keine erfüllenden Abenteuer dazu.

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